Vorbereitung und erster Blick auf die Anlage
- Der Betrieb beginnt mit einem Blick auf die gesamte Anlage.
- Er sieht sich Kessel, Speicher, Pumpen, Leitungen und Abgasführung an und sucht nach Feuchtigkeit, Korrosion und Verfärbungen. Auch der Heizraum gehört zur Sichtprüfung: Lüftungsöffnungen müssen frei sein, brennbares Lagergut hat dort nichts verloren. Danach liest der Betrieb Anzeigen und Störspeicher an der Regelung aus.
- Für den Termin sollte der Zugang zum Heizraum geklärt sein.
- Der Weg zum Kessel muss frei sein, und Unterlagen wie Anlagenbuch oder frühere Wartungsprotokolle helfen dem Betrieb bei der Einordnung. Notieren Sie vorab Auffälligkeiten, etwa Geräusche, Druckabfall oder wiederkehrende Störcodes. Diese Hinweise lenken die Prüfung auf die richtigen Bauteile. Im Mehrfamilienhaus sind dabei mehr Stränge und Pumpen im Blick als im Einfamilienhaus.
- Während der Arbeit ist die Anlage zeitweise abgeschaltet.
- In Mehrfamilienhäusern können dann Wärme oder Warmwasser kurz ausfallen. Hausmeister oder Verwaltung informieren die Bewohner vorab per Aushang. Wer allein im Haus wohnt, stellt sich auf dieselbe Unterbrechung ein. Der Betrieb nimmt die Anlage danach wieder in Betrieb und prüft ihre Funktion im laufenden Heizbetrieb, bevor er das Protokoll schreibt.
Brenner, Abgaswerte und Wärmetauscher
Beim Brenner stellt der Betrieb die Verbrennung ein. Bei Gas prüft er Zündung und Flamme, bei Öl zusätzlich Düse, Filter und Pumpe. Ziel ist eine saubere Verbrennung mit gutem Wirkungsgrad. Dazu misst er Abgaswerte mit einem Messgerät. Diese Messung gehört zur Wartung und ist Sache des Fachbetriebs, ebenso alle Eingriffe an Gaszufuhr, Brenner und Abgasweg. Bewohner öffnen dort nichts.
Druckbauteile, Pumpen und Regelung
Als Nächstes prüft der Betrieb das Ausdehnungsgefäß und den Vordruck. Fehlt Vordruck in der Membran, nimmt das Gefäß die Ausdehnung nicht mehr auf, und über das Sicherheitsventil kann Wasser abtropfen. Das Sicherheitsventil wird auf freien Durchgang geprüft. Mehr dazu liefert Ausdehnungsgefäß – Aufgabe und typische Fehler. Am Manometer liest der Betrieb den Anlagendruck ab und vergleicht ihn mit dem Sollwert der Anlage.
Umwälzpumpen, Mischer und Ventile werden auf Funktion und Geräusche geprüft. Eine schwergängige Pumpe läuft unruhig, ein hängender Mischer führt zu falschen Vorlauftemperaturen. Taktet die Anlage ständig, sucht der Betrieb auch nach der Ursache. Typische Hintergründe liefert Heizung taktet ständig – woran das liegt. Arbeiten an Pumpenmotoren und Elektrik bleiben dem Fachbetrieb vorbehalten, ebenso das Einstellen der Ventile.
Zum Schluss geht der Betrieb die Regelung durch. Er prüft Uhr, Zeitprogramm, Heizkurve, Fühler und Warmwasserbereitung und stellt Werte nach, wenn sie nicht zum Haus passen. Außerdem testet er die Sicherheitseinrichtungen. Die Ergebnisse trägt er in ein Wartungsprotokoll ein. Einen Überblick über die Leistung liefert die Seite Heizungswartung, die auch den Ablauf bei Störungen nach der Wartung beschreibt.
Was Bewohner danach tun können
Lassen Sie sich das Protokoll erklären und bewahren Sie es auf.
Es nennt Messwerte, Auffälligkeiten und empfohlene Arbeiten. Fragen Sie nach, wenn ein Wert unklar ist. Erkennt der Betrieb Verschleiß, etwa an einer Pumpe oder einem Ventil, steht dies im Protokoll. Aufbewahrte Protokolle erleichtern dem nächsten Betrieb die Fehlersuche, wenn eine Störung auftritt.
Beobachten Sie, wie die Heizung in den ersten Tagen läuft. Werden alle Heizkörper warm, ist das Warmwasser heiß genug und bleiben die Geräusche normal, hat die Wartung ihr Ziel erreicht. Treten Störcodes auf, halten Sie Code und Gerätetyp schriftlich fest. Mit dieser Notiz fällt die Rücksprache mit dem Betrieb leichter, falls etwas auffällt. Die Entstörtaste drücken Sie höchstens einmal, wie die Anleitung es beschreibt.
Merkpunkte zur Wartung
- Zugang zum Heizraum klären und Unterlagen bereitlegen.
- Auffälligkeiten vorab notieren, etwa Geräusche, Druckabfall und Störcodes.
- Brenner, Abgaswerte und Wärmetauscher prüft nur der Fachbetrieb.
- Der Schornsteinfeger misst die Abgase getrennt.
- Protokoll aufbewahren und danach den Druck am Manometer prüfen.
