Woran Sie Luft im Heizkörper erkennen
Luft zeigt sich zuerst durch Geräusche.
Das Wasser in den Rohren strömt an Luftblasen vorbei und erzeugt Gluckern, Gurgeln oder leises Rauschen im Heizkörper und in den Rohren. Die Geräusche sind meist beim Aufheizen am deutlichsten, weil dann das Wasser in Bewegung kommt und die Blasen durch die Rohre geschoben werden.
Bleibt dagegen der untere Bereich kalt, hilft Entlüften nicht. Dann sitzt eher Schlamm im Heizkörper, wie es Heizkörper oben kalt, unten warm erklärt. Bleibt der Heizkörper ganz kalt, liegt das meist an Thermostatventil oder Abgleich. Entlüften ist also nur eine von mehreren Möglichkeiten, daher hilft zuerst der Blick auf das Gesamtbild der Anlage.
Werkzeug und Vorbereitung am Heizkörper
- Der Entlüftungsschlüssel ist ein kleiner Vierkantschlüssel aus dem Baumarkt.
- Er passt auf das Entlüftungsventil, das oben an der Seite des Heizkörpers sitzt. Dazu brauchen Sie einen Lappen und ein flaches Gefäß, denn das austretende Wasser kann schmutzig und heiß sein. Ein Schraubendreher passt bei manchen Ventilen, ein Vierkantschlüssel ist aber sicherer und schont die Ventilschraube.
- Zuerst wird die Umwälzung ruhiggestellt.
- Stellen Sie die Heizung am Regler vorübergehend ab und warten Sie, bis die Pumpe still steht. Sonst strömt ständig neues Wasser nach und wirbelt die Luft durcheinander. Drehen Sie die Thermostatköpfe der Heizkörper auf volle Stellung, damit sich alle Ventile öffnen und die Luft nach oben steigen kann.
- Prüfen Sie vor dem Start den Druck am Manometer und merken Sie sich den Wert. Er sinkt beim Entlüften, weil Luft und etwas Wasser die Anlage verlassen. Wie Sie das Manometer ablesen und den Sollwert finden, zeigt Heizungsdruck richtig ablesen. Legen Sie außerdem Bodenschutz unter, wenn der Heizkörper über Parkett oder Teppich hängt.
So läuft das Entlüften am Ventil ab
Beginnen Sie in der untersten Etage. Von dort geht es Heizkörper für Heizkörper nach oben, damit aufsteigende Luft nicht wieder in einen bereits entlüfteten Heizkörper gelangt. Halten Sie Lappen und Gefäß unter das Ventil, stecken Sie den Schlüssel auf und drehen ihn behutsam gegen den Uhrzeigersinn. Eine kleine Drehung genügt.
Nach dem Entlüften Druck prüfen
Schauen Sie nach dem letzten Heizkörper wieder aufs Manometer. Mit jedem Entlüften verliert die Anlage etwas Wasser, der Druck ist deshalb gesunken. Liegt er unter dem Sollwert, der am Gerät oder in der Anleitung steht, braucht die Anlage Wasser. Ob und wie Sie nachfüllen dürfen, bestimmen allein Hersteller oder Fachbetrieb.
Stellen Sie die Heizung am Regler wieder an. Achten Sie danach auf Geräusche und Wärme. Fühlen sich alle Heizkörper gleichmäßig warm an, war die Luft die Ursache. Bleibt ein Heizkörper trotzdem kalt oder gluckert er erneut, notieren Sie Raum, Etage und Beobachtung. Mehr zum Nachfüllen finden Sie in Heizungswasser nachfüllen – was dabei zählt.
Kommt die Luft immer wieder, ist das kein Zeichen für zu seltenes Entlüften. Dahinter stecken etwa ein Ausdehnungsgefäß mit zu wenig Vordruck, eine feuchte Verschraubung oder ein Mikroleck. Dann hilft wiederholtes Entlüften nur kurz. In Mehrfamilienhäusern sollte die Hausverwaltung oder der Hausmeister Rückmeldungen der Bewohner bündeln, bevor ein Fachbetrieb die Heizzentrale prüft.
Merkpunkte zum Entlüften
- Heizung vor dem Entlüften am Regler abstellen, bis die Pumpe still steht.
- In der untersten Etage beginnen und nach oben arbeiten.
- Ventil nur wenig öffnen, bis Wasser gleichmäßig austritt, dann schließen.
- Danach den Druck am Manometer mit dem Sollwert vergleichen.
- Kehrt die Luft wieder, braucht die Anlage eine Prüfung durch den Fachbetrieb.
